Verbindung ohne Worte – Inklusive Kommunikation

Published on 18/02/2026

LebensGroß ist Teil des EU-geförderten ERASMUS+ Projekts CREMULEC, das neue Wege der Kommunikation in der Erwachsenenbildung erforscht. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage: Wie kann Verständigung gelingen – auch ohne gesprochene Sprache?

Im Jänner 2026 wurde diese Frage bei einem zweitägigen inklusiven Workshop bei LebensGroß lebendig. Rund 30 Teilnehmer:innen aus Österreich und Slowenien – darunter Projektpartner Zavod RISA und Zavod IZOTIM, Fachpersonen, Angehörige und Menschen mit Behinderungen – kamen zusammen, um Kommunikation neu zu denken und gemeinsam zu erleben.

Musik, Bewegung und erste Begegnungen

Der erste Workshoptag stand ganz im Zeichen von Musik und Bewegung. Es wurde gehört, gespürt und ausprobiert. Rhythmen verbanden, Klänge öffneten Räume für Begegnung. In kleinen Gruppen entstanden erste musikalische Dialoge – ganz ohne Worte.

Parallel dazu konnten die Teilnehmer:innen in einer Ausstellung zur Unterstützten Kommunikation verschiedene technische Hilfsmittel testen. Besonders beeindruckend war der Besuch im LIFEtool-Zentrum, wo moderne Technologien wie eine augengesteuerte Computermaus vorgestellt wurden. Hier wurde deutlich: Kommunikation ist nicht auf Lautsprache beschränkt – sie kann durch Bilder, Symbole oder sogar allein durch Blickbewegungen gelingen.

Eine Teilnehmerin beschreibt ihre Eindrücke so: „Neben dem interessanten Programm werde ich mich besonders an die Atmosphäre der Freundlichkeit, Verbundenheit und Freundschaft erinnern. Was ich während der Workshops gesehen und ausprobiert habe, wird mir in meiner täglichen Kommunikation mit meiner Tochter nützlich sein.“

Kunst, Geschichten und personenzentrierte Methoden

Am zweiten Tag rückten darstellende Kunst und personenzentrierte Methoden in den Mittelpunkt. Es wurde gemalt, erzählt, gelacht und reflektiert. Bilder entstanden, Geschichten wurden geteilt und Gemeinsamkeiten entdeckt.

Am Ende verwandelte sich der Raum in eine kleine Galerie – Ausdruck individueller Perspektiven und gemeinsamer Erfahrungen. Ein weiterer Teilnehmer fasst es so zusammen: „Ich hatte eine super Zeit bei den Workshops – die Atmosphäre war gemütlich und anregend. Mir ist klar geworden, dass wir unzählige Möglichkeiten zur Kommunikation haben. Ich habe über den Tellerrand hinausgeschaut und werde die erworbenen Fähigkeiten bei der ersten Gelegenheit anwenden.“

Gelebte Inklusion

Die beiden Tage zeigten eindrucksvoll: Verbindung entsteht nicht nur durch Sprache. Sie entsteht durch Aufmerksamkeit, Kreativität, Geduld und Offenheit. Die Erfahrungen aus dem Workshop fließen nun in einen Katalog mit guten Beispielen ein, der in leicht verständlicher Sprache verfasst wird. So können möglichst viele Menschen – Fachpersonen, Angehörige und Lernende – von den Erkenntnissen profitieren.

CREMULEC steht für gelebte Inklusion, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Mut, Kommunikation neu zu denken.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der neuen Projektwebsite:
https://risa.si/risa/cremulec/cremulec-projekt-deu/

LebensGroß 2026